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Plinius und Seneca

geschrieben von 123Dani 
Plinius und Seneca
29.03.2010 19:00:49
Hallo, Christoph Kuhn,

Unser Latinumsprüfungstext in NRW wird Plinius oder Seneca sein.
Gibt es da schon igendetwas, womit man sich hinsichtlich sprachlicher und grammatischer Eigenheiten der beiden Autoren bestmöglich vorbereiten kann? Oder reichen die beiden Bücher von Ihnen da völlig?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.03.2010 19:15 von 123Dani.
Re: Plinius und Seneca
29.03.2010 23:38:38
Liebe 123Dani,

Plinius und Seneca unterscheiden sich in vieler Hinsicht deutlich von den klassischen Texten eines Cicero, Caesar oder Sallust. Insofern sind meine Bücher zur Vorbereitung allenfalls als grammatische Übung, nicht aber zur Klausurvorbereitung geeignet. Ferner gibt es anzumerken, dass Plinius und Seneca in der staatlichen Ergänzungsprüfung zum Latinum in den meisten Bundesländern unzulässig oder zumindest höchst ungewöhnlich wären. Sie können zudem deutlich schwerer sein als ein Cicerotext. Üblich sind nur noch Cicero, Caesar, Sallust und, in äußerst seltenen Ausnahmefällen, Livius. Ich würde auf eine andere Prüfung ausweichen oder den Leiter der Prüfungskommission fragen, auf welcher rechtlichen Grundlage er meint Texte eines Plinius im staatlichen Latinum zu dürfen.

Freundliche Grüße

Christoph Kuhn
Re: Plinius und Seneca
30.03.2010 20:00:04
Na, Ihre Antwort hat mich überrascht und auch ein wenig erschreckt.

Es ist aber tatsächlich so, dass Texte dieser Beiden unser Prüfungstext sein wird. Ich werde aber ihrem Rat folgen und noch einmal nachfragen, bzw. schauen ob sich mir eine Alternative bietet. .

Danke, noch einmal.
Cicero "zu einfach"
13.04.2010 23:00:37
Sehr geehrter Herr Kuhn,

die Uni Mainz bietet dieses Semester drei Lektürekurse an:

1. Seneca: Epistulae morales
2. Plinius: Epistulae
3. Livius: Ab urbe condita

Da die Universität dafür bekannt ist, dass sie sehr viel Wert auf Latein legt bzw gerne einmal den ein oder anderen Latinumskandidaten durchfallen lässt (des Öfteren: 2 schriftlich, 6 mündlich, so dass die Diskrepanz schon sehr hoch wäre) bin ich von vornherein eingeschüchtert, doch möchte fragen, welche der drei Lektüren Sie noch am ehesten empfehlen würden.
Laut Dozenten sei Caesar verboten, da zu einfach und Cicero äußerst selten und käme in Mainz so gut wie nie dran (ebenfalls "nicht anspruchsvoll genug" ). Möchte man das Latinum bestehen, so solle man schon in der Lage sein, auch oben stehende Autoren anspruchsvoll zu übersetzen.

Als Alternative könnte ich mich in Koblenz anmelden, wo zumeist Cidero-Texte gewählt werden.
Hierzu hätte ich dann allerdings keine entsprechende Vorbereitung. Meine zweite Frage wäre also, ob man wenn man "Plinius kann" auch ohne tiefergehende spezielle Vorbereitung dann auch Cicero übersetzen kann, da einfacher?
Es bietet sich leider keine Alternative zu RLP, da ich auch das Abitur in Mainz absolvierte.

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

Sierra



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.04.2010 23:01 von Sierra.
Re: Cicero "zu einfach"
14.04.2010 23:24:20
Re: Plinius und Seneca
04.09.2011 16:39:47
>Ferner gibt es
> anzumerken, dass Plinius und Seneca in der
> staatlichen Ergänzungsprüfung zum Latinum in den
> meisten Bundesländern unzulässig oder zumindest
> höchst ungewöhnlich wären. Sie können zudem
> deutlich schwerer sein als ein Cicerotext. Üblich
> sind nur noch Cicero, Caesar, Sallust und, in
> äußerst seltenen Ausnahmefällen, Livius. Ich
> würde auf eine andere Prüfung ausweichen oder
> den Leiter der Prüfungskommission fragen, auf
> welcher rechtlichen Grundlage er meint Texte eines
> Plinius im staatlichen Latinum zu dürfen.

Das sind ja spaßige Dinge, die Sie hier in den Raum werfen winking smiley Ich gebe seit Jahren Lateinnachhilfe für Studenten in NRW, vor allem an den Unis Köln, Wuppertal und Essen - hier sind Seneca und Plinius als Prüfungsautoren gang und gäbe. Ausweichmöglichkeiten gibt es für die Studenten nicht, wie soll das funktionieren? Wer das Latinum von der Bezirksregierung braucht, braucht es eben, oder muss sich ein anderes Studienfach suchen.
Re: Plinius und Seneca
05.09.2011 22:14:41
Ich habe nicht bestritten, dass Plinius und Seneca Gegenstand der Prüfung sind. Ich habe nur zu Bedenken gegeben, dass es sich nicht immer um "lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Stellen (bezogen auf Bereiche der politischen Rede, der Philosophie und der Historiographie)" (Beschluss der KMK 2005) handelt. Ich würde Nachklassiker wie Plinius oder Livius (und im Übrigen auch Sallust!) tendentiell als "anspruchsvollst" einstufen, Plinius ist zudem Briefliteratur. Dies ist im Einzelnen zu prüfen und, wie bereits ausgeführt, bei guter didaktischer Vor- und Nachbereitung, wie Sie sie gewiss leisten, nicht unbedingt ein Problem.

Ich bezog mich bei meinen Beobachtungen auf die "meisten Bundesländer", wo Cicero mittlerweile wieder "ungeschriebenes Gesetz" ist, nicht notwendigerweise auf NRW. Allerdings kam in Hessen auch schon Vitruv dran, dessen Einordnung in Bereiche der politischen Rede, Philosophie oder Historiographie prüfungsrechtlich schwer fallen dürfte.
Letztlich kocht aber im föderalen System jedes Dorfgymnasium sein eigenes Süppchen - da haben Sie schon recht - bis mal einer klagt.

Zur delikaten Frage des Prüfungstourismus werde ich mich nicht äußern.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.09.2011 22:17 von Christoph Kuhn.
Re: Plinius und Seneca
28.03.2012 13:54:00
Hallo Herr Kuhn,

Eine überglückliche 123Dani meldet sich mit dem Latinum in der Tasche wieder!!!

Vielen Dank für ihr Buch. Es hat mir zumindest bei der Vorbereitung der Grammatik wirklich unglaublich geholfen. Senecas Philosophie wird wohl nie ein Steckenpferd von mir werden, aber...

Eine Riesenlast ist von mir abgefallen und dazu haben auch sie einen großen Beitrag geleistet. Das Leben ist soooo schön.
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