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Film mit Amma Darko prämiert

Wenn die Schriftstellerin Amnma Darko aus dem Fenster blickt, kann Sie die unzähligen Straßenkinder auf dem riesigen Agbogbloshie-Markt in Accra verfolgen. «Das Phänomen der Straßenkinder», sagt sie, «ist schlicht und einfach ein Symptom extremer Armut, Korruption, Unterentwicklung, unzeitgemäßer Traditionen, all die Dinge, die unsere Gesellschaft zutiefst prägen. Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass hinter jedem Gesicht da draußen auf der Straße eine ganz persönliche Geschichte steht.»
Als die Stuttgarter Regisseurin Brigitte Maria Bertele und Produzentin Sinje Gebauer einen Film zum Thema Straßenkinder in Angriff nahmen, erklärte sich Amma Darko spontan zur Mitarbeit bereit. So entstand «Roaming around - Herumstreunen», eine 53-minutige Dokumentation, die mehreren Straßenkindern durch die ghanaische Zwei-Millionen-Metropole folgt. Emmanuel und Azariah, die unzertrennlich sind und wie Brüder aufeinander achten. Stephen mit der zerfurchten Stirn und nur einem Schuh, Dangerman und seine Gang, bei denen ein kindliches Spiel ganz schnell in einen Kampf umschlagen kann, Justice, der durch seine Schlitzohrigkeit immer bekommt, was er will. Durch die Begegnung und Reflexionen von Amma Darko, die schon in ihrem Roman «Die Gesichtslosen» das Schicksal der Straßenkinder eindrucksvoll verarbeitet hat, erhalten die Geschichten der Kinder ein universelles Profil, in dem sich literarische Passagen mit der dokumentarischen Beobachtung mischen.
Ein ebenso eindrucksvolles wie unaufdringliches Filmwerk, das jetzt mit dem «Deutschen Kamerapreis 2007» gewürdigt wurde. Preisträgerinnen sind Kamerafrau Eva Maschke und Dominique Geisler (Schnitt).
Wir gratulieren herzlich.

Siehe auch
Literatur aus Afrika Sex und Macht Kunst und Kino
Links
Deutscher Kamerapreis e.V.
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