So ausführlich die Berichterstattung der Medien zu den Verhältnissen im Irak auch sein mag, legt sie doch den Fokus fast ausschließlich auf die miltärische Lage und den Terror gegen die Zivilbevölkerung. Die permanenten militärischen Auseinandersetzungen verdecken den von Besatzer-Seite gezielt betriebenen «Nation-Building-Prozeß», mit dem vor allem für die neue Wirtschaftsordnung schwer widerrufliche Fakten geschaffen werden. Das neue Buch der Publizistin und Rechtsanwältin Brigitte Kiechle fragt dagegen gezielt nach, welche gesellschaftlichen Veränderungen seit dem Einmarsch der alliierten Truppen zu verzeichnen sind, welche Ziele die USA im Irak verfolgen und was davon schon erreicht wurde und wie Gewerkschaften, Frauenorganisationen etc. den Besatzern Widerstand entgegensetzen.