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Neu!: Schülerheft zu Katalonien

¿Quo vadis, Catalunya?

«¿Quo vadis, Catalunya?» ist der Titel des ersten Schülerheftes in unserer neuen Reihe «El mundo hispánico de cerca», das sich mit der Geschichte, Gegenwart aber auch Zukunft Kataloniens beschäftigt. An Aktualität ist das Thema des Heftes dabei nicht zu überbieten.

Genau 300 Jahre nachdem Katalonien seine staatliche Unabhängigkeit im Jahr 1714 an kastilische Truppen verlor, erhalten die separatistischen Bestrebungen mehr und mehr Aufwind. Während in Umfragen in den 1980er Jahren etwa 27 Prozent der Befragten antworteten, dass sie sich primär als Katalanen fühlen, identifizierten sich in Umfragen 2013 bereits 60 Prozent als Katalanen. Nachdem die Berichterstattungen zur Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland im September 2014 eine Unabhängigkeit möglich schienen ließen, nahmen viele Katalanen dies als positives Signal für ihre eigene Unabhängigkeit. Am Tag der 300. Diada, dem Nationalfeiertag zum Gedenken an den Verlust der Unabhängigkeit, versammelten sich über 1,8 Millionen Menschen in den Straßen Barcelonas, um mit lauten Independència-Rufen für die vollständige Ablösung von Spanien zu demonstrieren.
Nach der jahrzehntelangen Unterdrückung während des Francoregimes erhielt Katalonien nach Ende der Diktatur den Status einer Autonomen Gemeinschaft innerhalb des zentralistischen Spaniens. Katalonien hat heute ein eigenes Parlament, eine eigene Polizei und der Schul- und Universitätsunterricht findet hauptsächlich auf Katalanisch statt.

Im Gegensatz zu Schottland werden die Katalanen aber noch länger auf eine endgültige Entscheidung warten müssen – eine offizielle verbindliche Abstimmung über die Unabhängigkeit oder den Verbleib in der spanischen Republik wird es vorerst nicht geben. Das für den 9. November angesetzte Plebiszit wurde durch eine Klage der Zentralregierung vor dem spanischen Verfassungsgericht fürs Erste aufgehoben, ebenso wie ein ähnliches Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens im Jahr 2005 von der Regierung in Madrid verhindert wurde. Als Reaktion gab es erneute Proteste auf den Straßen und den Aufruf zu zivilem Ungehorsam. Der Ministerpräsident Kataloniens, Artur Mas, hat nun trotzdem am 9. November eine Volksbefragung stattfinden lassen. Die Zukunft der Region ist also weiterhin ungewiss, jedoch hat das Ergebnis der Befragung – 80% sprachen sich für die Unabhängigkeit aus! – deutlich die Bereitschaft zur Abspaltung von Spanien bei der Bevölkerung Kataloniens gezeigt. Und die Begeisterung wird sicherlich mit der wirtschaftlich schlechten Lage Spaniens steigen...
Friederike Müller

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