General Augusto Pinochet war im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts der Inbegriff des blutrünstigen Diktators, der tausende GegnerInnen für immer "verschwinden" und zehntausende foltern lies. In seiner "Täterbiographie" versucht Heller die entscheidenden Phasen nachzuzeichnen. Im besten Teil seines Buches beschreibt Heller, der sich selbst ab 1974 bei Amnesty international für gefangene und gefolterte ChilenInnen einsetzte, wie der Repressionsapparat des Regimes im Einzelnen funktionierte.
Erhard Stackl in Südwind, März 2013
Sehr verdienstvoll ist aber Hellers Schilderung zahlreicher Verbrechen des Regimes, die Darstellung der kaum verbrämten Sympathie Pinochets für Hitler und die Analyse der Unterstützung oder zumindest Tolerierung der Militärjunta durch bundesdeutsche Politiker. Das Buch liefert außerdem das Psychogramm eines Diktators, der vom farblosen Nur-Militär zum faschistoiden Massenmörder aufstieg.
Gerd Bedszent in «Junge Welt», 3.11.2012
Hellers Buch ist eine gelungene Analyse der Pinochet-Diktatur und zeigt deutlich, dass Geschichte von Menschen gemacht wird, dass aber nicht nur der Diktator allein «Schuld» an allem hat!
Mario Koch in «AmerIndian Reseach», Bd. 8/2 (2013)
... legt nun eine materialreiche Biografie Pinochets vor, die sich nach Ablauf der Sperrfrist z.B. auf die nun zugänglichen zugänglichen Akten aus dem Auswärtigen Amt stützen und so die Beziehungen der Bundesrepublik zum Putsch gut rekonstruieren kann. Er ist parteiisch, er hat gegen die Menschenrechtsverletzungen im Rahmen von Amnesty International agiert, trotzdem ist dies die umfassendste Darstellung der Geschehnisse um Pinochet.
Joachim Bahler, ekz-bibliotheksservive, IN 2013/01
Kenntnisreich schildert Heller, dass sich sofort nach dem Putsch spontan Solidaritätsbewegungen dagegen in Dutzenden von Ländern bildeten. Auch in der Bundesrepublik Deutschland erreichte die Chile-Solidarität das Ausmaß einer sozialen Bewegung. Die Proteste gegen Mord und Folter führten dazu, dass vielfach Geschäfte zwischen westlichen Staaten und Chile scheiterten oder stockten. Ein «Meilenstein einer universalen Menschenrechtspolitik» schreibt Heller. Heller hat für seine detail- und faktenreiche politische Biografie Pinochets, die mit Fußnoten gespickt ist, umfangreiche, erst jetzt zugängliche Archive eingesehen, darunter im Auswärtigen Amt in Berlin, in Großbritannien, in Chile und den USA.
Anton Maegerle in «Blich nach rechts»