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Avantgarde I

Anarchistische Bohémiens wie Jules Vallès, Stéphane Mallarmé, Félix Fénéon bereiteten im Paris des 19. Jahrhunderts mit ihrem Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft den Boden für Dada. Dieser entstand schließlich 1916 in Zürich, in Auflehnung und Wut gegen das blutrünstige Europa des Ersten Weltkriegs.
Die Revolte dieser ersten Generation von AvantgardistInnen, größtenteils Kriegsflüchtlinge, war zuerst gegen die eigene, korrumpierbare Sprache und gegen die Institution Kunst gerichtet. Doch nicht nur die DadaistInnen wollten nichts mehr mit einer gesellschaftlichen Ordnung zu tun haben, die Weltkriege provoziert.
So kam es zu mehreren Revolutionen, von denen sich eine hat durchsetzen können, nämlich jene in Russland. Diese sollte der nächsten Avantgarde-Generation – den SurrealistInnen – ganz neue Möglichkeiten von Antikunst eröffnen, um revolutionäre und emanzipatorische Ziele zu verfolgen sowie Kunst und Lebenspraxis zusammenzuführen.

Medienstimmen:
Angesichts der weltweiten Entwicklung zu autoritären politischen Systemen leben wir zunehmend in einem geistigen Klima, das dem der Avantgarde vor der Herrschaft des Faschismus ähnelt. Während die klassische Avantgarde radikal kämpferisch war, leben viele heute noch in seligem Dornröschenschlummer, was den Raub unserer historisch erworbenen Rechte betrifft. Das herrschende materialistische Kulturdogma ist für mich in diesem Kontext kontraproduktiv, überlässt es doch eine von freier Spiritualität motivierte Kunst der Neuen Rechten, die «frei» dann in völkische Kasernen zwängt.
Die beiden Bücher von Emanuely klären nicht nur historisch auf, sie können auch Material für eine kritische Reflexion über unsere Gegenwart bereitstellen.
Michael Benaglio in «Pappelblatt», Sommer 2018

Alles in allem wird hier aufgezeigt, dass linke Theorie dem rechten Rand an Intellektualisierung mit einer erfreulich kleinen Dosis Dogma per def. meilenweit überlegen bleibt. Und Dada wurde in den Heerscharen von Juliläumsbüchern nie so richtig in den Kontext eingeordnet, aus dem es entstand und den es selbst beeinflusste.
Reh-Zensionen Hochsommer 2016

Besonders verdienstvoll an dem Buch ist, dass Emanuely einen großen Schwerpunkt auf die Verwurzelung der Avantgarde in der anarchistischen Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts legt, die in der etablierten Avantgarde-Forschung kaum eine Rolle spielt. Weiterhin widmet sich Emanuely Figuren, die für die Avantgarde zentral gewesen sind, die aber sonst eher als randständig wahrgenommen werden: neben dem oben bereits genannten Félix Fénéon etwa Alfred Jarry, Arthur Cravan, Jules Vallés, Guillaume Apollinaire und weitere. Wertvoll ist das Buch außerdem dahingehend, dass Emanuely aus zahlreichen bisher unübersetzten französisch-sprachigen Quellen zitiert, wofür er die entsprechenden Zitate jeweils selbst übersetzt hat.
Lukas Holfeld, spektakel bolgspot.de

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Cover ISBN 978-3-89657-680-4

Emanuely, Alexander:
Avantgarde I
Von d.anarchistisch. Anfängen bis Dada od. wider eine begriffl. Belieb
1. Auflage 2015
Buch
200 Seiten, kartoniert
Schmetterling
ISBN 3-89657-680-1
12,00 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Porto)

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InhaltsverzeichnisVorwortTextprobe
Autoreninfo
Alexander Emanuely
Hintergrund
Reihe: «theorie.org»
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